Aserb-Deutsche-Siedl

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Seit 2 Jahrhunderten: Deutsche Spuren in Aserbaidschan

S. E. Herr Botschafter Ramin Hasanov (li.) und

Tankred Schipanski, MdB

Der russische Zar Alexander I., der von 1777 bis 1825 lebte, pries einst deutschen Familien im Schwabenland die Schönheiten seiner Heimat an. Daraufhin siedelten über 500 Familien in das fruchtbare Land in Transkaukasien, dem heutigen Aserbaidschan. An der alten Seidenstraße gründeten die deutschen Siedler eine Ortschaft und gaben ihr den Namen Helenendorf. Heute trägt sie den Namen Göy Göl. Sie liegt sehr nah an der zweitgrößten Stadt des Landes, Ganca. Heute leben in Ganca fast 325.000 Menschen.

 

Die Schwaben bauten einst in Helenendorf Getreide, Obst, Gemüse, Oliven, Tabak und Wein an. Ein besonderes Augenmerk legten die deutschen Bauern in ihrer neuen Heimat auf die Entwicklung der Seidenzucht. Rasch entstanden weitere Siedlungen in der unmittelbaren Nachbarschaft von Helenendorf. Die Orte trugen die Namen Georgsfeld (heute Tschinarly), Alexejewka (Gasan-Su), Annenfeld (Schamkir), Grünfeld (Wurguna), Eigenfeld (Irimaschly), Traubenfeld (Taus) und Jelisawetinka. Die Siedler aus dem fernen Deutschland brachten in den zentralasiatischen Raum ihre Baukunst, ihre Lebensweisen und Gebräuche mit und hielten daran fest. Die Dörfer mit deutscher Bevölkerung kamen den Einheimischen exotisch vor. Besonders erstaunt waren sie über den Bau von Kirchen im gotischen Stil. Ein Netz von breiten Straßen war der zentralasiatischen Bevölkerung damals genauso fremd wie Wasserleitungen, Bewässerungssysteme und das Pflanzen von Pappeln an den Rändern von Wegen und Straßen.

 

Aus Anlass des 200 Jahrestages der deutschen Besiedlung im heutigen Aserbaidschan lud S. E. Herr Botschafter Ramin Hasanov am 21. November in den „Internationalen Club“ des Auswärtigen Amtes ein. Der Herr Botschafter betonte, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan geprägt seien von Freundschaft und großem gegenseitigem Respekt. In Aserbaidschan ist man sehr stolz darauf, dieses große Erbe der deutschen Besiedlung, die sich nunmehr zum 200. Male jährt, ehren und feiern zu dürfen. „Es spricht ja auch für unsere Toleranz, dass wir den Gedanken der Religionsfreiheit umgesetzt haben. Deutsche Siedler brachten neben ihrer Religion auch den Bau ihrer Gotteshäuser in die neue Heimat mit.“

 

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski teilte mit, es sei „sehr begrüßenswert, dass man der deutschen Besiedlung im heutigen Aserbaidschan gedenkt. 200 Jahre sind ja auch ein guter Grund, dieses Ereignis würdig zu feiern.“ Hans-Peter Gaul ist Vorstandssprecher von CTOUR. Das ist der Club der Tourismus-Journalisten Berlin/Brandenburg. CTOUR vereinigt fast hundert Reisejournalisten aus den Bereichen Presse, Funk und Fernsehen, Fotografen, PR-Leute, Online-Akteure, Pressesprecher sowie Buchautoren. Hans-Peter Gaul sagte: „Heute haben die Gäste in den Räumen des Auswärtigen Amtes eine beeindruckende Feier erlebt. Es ist sehr löblich, dass Aserbaidschan ein solches Erbe pflegt. Dieses Erbe ist für Reisejournalisten und Touristen von großer Wichtigkeit, besonders aufgrund der Tatsache, dass die Spuren der Besiedlung nicht verwischt worden sind. Im Gegenteil, sie werden liebevoll aufrechterhalten und stehen jetzigen und späteren Generationen anschaulich zur Verfügung.“

 

Text/Foto: VTN

Veröffentlicht am 24.11.2017