Kupferinstitut

Düsseldorfer Blatt

Дюссельдорфский листок

Das Deutsche Kupferinstitut


In der Heinrichstraße 24 im Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal befindet sich das Deutsche Kupferinstitut. Es ist bereits ein dreiviertel Jahrhundert alt. Es ist heute für alle Fragen zur Anwendung von Kupfer und seinen Legierungen die bedeutendste technisch-wissenschaftliche Beratungsstelle in Deutschland. Hinzukommt, es bietet kostenlos eine kompetente Beratung und Information zum Einsatz von Kupfer in industriellen Anwendungen, im Bauwesen, in der Elektrotechnik sowie in gesundheitlichen und umweltrelevanten Fragen. Das Deutsche Kupferinstitut ist auch tätig im Kommunikationsbereich als neutraler Ansprechpartner zum Thema Kupfer.


Wir alle haben mit Kupfer zu tun. In der Geldbörse befinden sich die „Kupfercents“, die Dachrinne ist aus Kupfer, im Telefon, im Auto und im Computer befindet sich Kupfer. Kupfer ist nicht jung! Es ist seit mehr als zehntausend Jahren in Gebrauch und hat die technische Entwicklung während dieser Zeit maßgeblich geprägt. Die Einsatzmöglichkeiten von Kupfer sind unendlich. Man kannte schon im Mittelalter den Kupferschmied, der beispielsweise sowohl Trinkgefäße als auch Statuen für seine Kundschaft in feinster Handarbeit erschaffen hatte.


Am 21 Mai lud das Deutsche Kupferinstitut zu einem Pressegespräch nach Berlin-Mitte ein. Dr. Gudrun Franken ist bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Sitz in Hannover tätig. Sie erklärte: „Die Firmen stehen bei der praktischen Umsetzung internationaler Leitlinien und Gesetze auf den globalen Rohstoffmärkten häufig vor großen Herausforderungen. Deshalb sind internationale Initiativen bei der Etablierung verantwortungsvoller Lieferketten wichtig, ebenso wie eine Unterstützung durch Informationen zu Lieferketten und Produktionsbedingungen, um die bestehenden Management- und Berichtspflichten effektiv umzusetzen.“ Ferner sagte Dr. Gudrun Franken: „Kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials, CRM) sind diejenigen Rohstoffe, die für die europäische Wirtschaft wirtschaftlich und strategisch wichtig sind, deren Versorgung jedoch einem erhöhten Risiko unterliegt.


Diese Materialien werden in den Bereichen neuer Technologien (z.B. im Bereich erneuerbarer Energien und Elektromobilität), Unterhaltungselektronik, Gesundheitswesen, Stahlerzeugung, Verteidigung, Weltraumforschung und Luftfahrt eingesetzt und sind nicht nur für Schlüsselbranchen und künftige Anwendungen ‚kritisch‘, sondern auch für das nachhaltige Funktionieren der europäischen Wirtschaft. Sie haben ein hohes Versorgungsrisiko aufgrund der sehr hohen Importabhängigkeit und der hohen Konzentration der Produzenten in bestimmten Ländern.“ Michael Sander ist Geschäftsführer des Deutschen Kupferinstituts. Er betonte: „Die geopolitischen Risiken des Kupfermarktes sind insgesamt zwar als unkritisch bis mäßig kritisch zu bewerten so die Rohstoffrisikobewertung-Kupfer der Deutschen Rohstoffagentur aus dem Jahre 2013 und auch die Europäische Kommission zählt Kupfer laut ihrer aktuellen Liste nicht zu den kritischen Rohstoffen; dennoch ist Kupfer als wichtiger Hochleistungswerkstoff mit einzigartigen Eigenschaften zumindest indirekt betroffen, denn Kupfer und seine Legierungen sind in modernen Technologien ein unverzichtbarer Werkstoff. Und unsere Industrie muss natürlich sicher sein, den Zugang zu den benötigten Rohstoffen langfristig zu gewährleisten. Allein 2017 wurden 1,2 Mio. Tonnen Kupfererze- und Konzentrate nach Deutschland importiert.“


Dr. Ladji Tikana ist beim Deutschen Kupferinstitut tätig als Experte für Ökobilanzen. Er wies darauf hin, dass die Versorgung mit Kupfer trotz steigender Nachfrage gesichert sei. „Fast 50 Prozent des Kupferbedarfs in Europa werden gedeckt durch sekundäre Rohstoffe, also durch Recyclingmaterial. Das kommt auch der Umwelt zu Gute.“ Von 2007 bis 2017 baute man 192 Millionen Tonnen Kupfer weltweit ab. Das südamerikanische Land Peru ist eines der Hauptlieferanten von Kupfer. Im gleichen Zeitraum sind die Reserven allerdings auf 300 Millionen Tonnen gewachsen. Die Kupfervorräte reichen noch für die nächsten 190 Jahre. Dazu man auch wissen, rund 80 Prozent des jemals erzeugten Kupfers sind heute immer noch im Einsatz. Als Fazit kann es so ausgedrückt werden: Kupfer ist aufgrund seiner definierten Reserven und Ressourcen sowie seiner unendlichen Wiederverwertbarkeit noch sehr, sehr lange verfügbar.


Text: Volkert Neef/Foto: Svetlana Reinwarth

Veröffentlicht am 2.06.2019





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