Medica-Malaysia

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Chefredakteurin Svetlana Reinwarth

Главный редактор Светлана Райнварт

e-mail: dus_blatt@yahoo.de

vorn v.l. Justin Fellows, CEO, Spirit Medical; Wong Wen Wvei, Direktor, Welford; hinten: v.l.n.r. Abu Bakar Yusof, Direktor, Matrade, Botschafterin Sarah Devadason, Badrul Hisham Hilal, Leiter des Matrade-Büros in Deutschland, Wong Lun Cheng, Leiter Geschäftsentwicklung, Welford

Malaysias Aussteller hochzufrieden mit Medica 2018

 

Zu den 5 273 Ausstellern auf der Medizinmesse Medica, die sich vom 12. bis 15. November in Düsseldorf den Top Entscheidern der internationalen Gesundheitswirtschaft präsentierten, gehörten auch 43 Aussteller aus dem südostasiatischen Malaysia. Sie alle hinterließen einen hochzufriedenen Eindruck und wollen im nächsten Jahr wiederkommen. Eigentlich, so die Malaysier, könnten es sogar mehr Aussteller sein, wenn mehr Fläche zur Verfügung stünde.

In Halle 17 befand sich der Gruppenstand Malaysias, der von Matrade, der malaysischen Handelsförderungsorganisation (Malaysia External Trade Development Corporation) organisiert wurde. In den jeweiligen Fachhallen präsentierten sich weitere malaysische Aussteller. Es ist das sechste Mal, dass Malaysia einen Landespavillion aufgebaut hat, erklärt Abu Bakar Yusof, Direktor für Lebensart und Biowissenschaft bei Matrade.

 

Die Gesundheitswirtschaft gehöre zu den Schwerpunkten der im April neu gewählten Regierung seines Landes, erläutert der Matrade-Direktor. So solle der Zugang zu medizinischen Leistungen für Menschen unterhalb der Einkommensgrenze von monatlich 4 000 Malaysischer Ringgit (etwa 830 Euro) kostenlos werden. Die Ausgaben aus dem Staatshaushalt in diesem Bereich würden von 52 Milliarden Ringgit (etwa 10,8 Milliarden Euro) im Jahre 2017 auf 80 Milliarden Ringgit (etwa 16,7 Milliarden Euro) im Jahre 2020 erhöht. Neben den kostenlosen Leistungen soll auch das System der privaten Krankenversicherungen gefördert werden. All das werde die Nachfrage nach Produkten und Leistungen in diesem Bereich steigern, prognostiziert Abu Bakar Yusof.

 

In Malaysia sind 500 000 medizinische Geräte aus der ganzen Welt registriert und zugelassen. Noch dominieren bei der Herstellung im Land die Niederlassungen der großen multinationalen Konzerne. Doch die etwa 200 nationalen Produzenten sehen gerade angesichts der neuen Regierungspolitik für sich große Chancen. Bedeutsam ist dabei, dass neben dem traditionellen Segment der Hersteller von Latexhandschuhen für den medizinischen Gebrauch nun auch andere Bereiche eine größere Rolle spielen. Bereits 2017 hat die Produktion von Medizinprodukten insgesamt ein Wachstum von 25 Prozent auf 19,8 Milliarden Ringgit (etwa 4,1 Milliarden Euro) verzeichnet. In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 hat sich diese erfolgreiche Entwicklung mit einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres fortgesetzt.

 

Europa ist wichtiger Absatzmarkt

 

Etwa ein Drittel der Exporte von Medizinprodukten aus Malaysia geht nach Europa. Der Warenwert beträgt 6,7 Milliarden Ringgit (etwa 1,4 Milliarden Euro). 2018 stiegen die Exporte hierher um zwölf Prozent. Waren im Jahre 2012 die Exporte noch weitgehend von Latexhandschuhen geprägt, ist die Bandbreite inzwischen erheblich größer geworden. Hauptzielländer der malaysischen Exporte nach Europa sind Deutschland, Belgien, das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, Italien und die Niederlande.

Die malaysische Regierung und Matrade würden ausländische Unternehmen zu mehr Investitionen in Malaysia ermutigen und eine stärkere Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen beispielsweise in der Auftragsproduktion fördern, erklärt Matrade-Direktor Abu Bakar Yusof. Hierbei setze man insbesondere auf Deutschland. Schwerpunkte seien die Optimierung der Produktionsprozesse, eine stärkere Automatisierung der Produktion, die Digitalisierung und die Umstellung auf Industrie 4.0. Auch in der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung und Entwicklung würde eine engere Zusammenarbeit begrüßt. Die neue malaysische Regierung räume der Bildung hohe Priorität ein und stelle dafür mehr

 

Mittel aus dem Staatshaushalt bereit.

Malaysia sieht sich auch als Ausgangspunkt für die Belieferung anderer Länder der ASEAN-Region, zu der unter anderem Indonesien, Thailand, Singapur, Vietnam und Myanmar gehören und die eine Bevölkerung von 600 Millionen Menschen umfasst.

Die Messe Medica, so Abu Bakar Yusof, sei einerseits eine wichtige Plattform für die malaysischen Unternehmen um ihre neuen Produkte zu präsentieren aber zugleich biete sie sehr gute Gelegenheit, sich mit neuen Entwicklungen vertraut zu machen und den Austausch mit anderen Herstellern zu pflegen.

Vertragsunterzeichnung im Beisein der Botschafterin

Zu den Ausstellern am Stand von Matrade gehörten unter anderem die Unternehmen Ibu Biotek, Welford und Twin Catalyst. Ibu Biotek präsentierte eine Madentherapie zur Befreiung chronischer Wunden von abgestorbenem Gewebe und Bakterienbefall. Twin Catalyst stellte neuartige Kondome aus Polyurethan vor, die einen höheren Sicherheitsstandard bei der Nutzung von Kondomen im nicht erigierten Zustand des männlichen Gliedes garantieren. In Malaysia ist das Produkt bereits zugelassen, in weiteren neun Ländern wurden Patente angemeldet.

 

Im Beisein der Botschafterin Malaysias in Deutschland, Ihrer Exzellenz Frau Sarah Nava Rani Al Bakri Devadason, unterzeichneten das malaysische Unternehmen Welford und das britische Unternehmen Spirit Medical einen Kooperationsvertrag, nachdem Welford in den nächsten fünf Jahren Infusionsgeräte im Wert von 33 Millionen Ringgit (etwa 6,9 Millionen Euro) zur Belieferung von Kunden in Großbritannien und Polen liefern wird.

„Wir haben uns 2014 erstmals hier in Düsseldorf getroffen. Mit dem heutigen Vertrag setzen wir eine bereits bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit auf höherem Niveau fort. Welford bietet ein hervorragendes Paket an technologischer Lösung, Qualität und Dienstleistung. Es ist eine Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren“, kommentiert Justin Fellows, CEO von Spirit Medical.

 

„Matrade und alle malaysischen Hersteller sind sehr zufrieden mit dem erneuten Auftritt auf dieser bedeutsamen Messe in diesem Jahr. Es gibt sogar noch mehr malaysische Unternehmen, die Interesse an einer Beteiligung haben. Wir hoffen, dass uns die Veranstalter in den nächsten Jahren mehr Fläche zur Verfügung stellen können, resümiert Matrade- Direktor Abu Bakar Yusof.

 

Text: PM, Foto: Svetlana Reinwarth

Veröffentlicht am 25.11.2018