Wahlnachlese

CDU-BUNDESGESCHÄFTSSTELLE am Wahlabend

Wahlnachlese

Am 24. September fanden die Wahlen zum 19. Deutschen Bundestag statt. Der Bundeswahlleiter hat das „bisherige amtliche Wahlergebnis“ verkündet. Es ist immer noch nicht das „endgültige amtliche Wahlergebnis.“ Hintergrund ist, die Einspruchsfrist ist noch nicht abgelaufen. Eine Partei oder eine Einzelperson könnten ja noch gegen die Wahl und das bisherige Endergebnis Einspruch einlegen. Wird dem Einspruch stattgegeben, kämen unter Umständen andere Zahlen zum Vorschein. So sieht der Bundeswahlleiter das jetzige Ergebnis: (Ergebnisse der Zweitstimmen. Alle Angaben in Prozent, Veränderungen beziehen sich auf die Bundestagswahl 2013.)

CDU 26,8 (Minus 7,4)

CSU 6,2 (Minus 1,2)

SPD 20,5 (Minus 5,2)

LINKE 9,2 (Plus 0,6)

GRÜNE 8,9 (Plus 0,5)

FDP 10,7 (Plus 6,0)

AfD 12,6 (Plus 7,9).

Die CDU hat bei den Zweitstimmern rund 12,44 Millionen Stimmen erhalten, die CSU 2,86. Die AfD 5,87; die LINKE 4,29; die GRÜNEN 4,15 und die FDP rund 4,99 Millionen Stimmen.

Im 19. Deutschen Bundestag werden 6 Parteien in 5 Fraktionen vertreten sein. Die CDU und die CSU bilden wieder eine gemeinsame Fraktion. Insgesamt wird der 19. Bundestag 709 Parlamentarier aufweisen. Davon stellt die CDU 200. Das sind 55 Abgeordnete weniger als 2013. Die CSU stellt 46 (Minus 10). Die SPD-Fraktion kommt auf 153 Mandate (Minus 40). Die Linke stellt 69 Parlamentarier (Plus 5); die GRÜNEN 67 (Plus 4). Die FDP und die AfD waren im 18. Deutschen Bundestag nicht vertreten. Die Liberalen erhalten 80 Mandate und die AfD 94.

Zu dem Wahlergebnis haben wir einige Politiker befragt. Georg Schirmbeck gehörte von 2002 bis 2013 dem Deutschen Bundestag an. Der CDU-Politiker übt jetzt das Amt als Präsident des „Deutschen Forstwirtschaftsrat e.V“ mit Sitz in Berlin-Mitte aus. Georg Schirmbeck erklärte: „Das Thema Flüchtlinge, Asyl, Zuwanderung und Integration hat diesen Wahlkampf überlagert. Man muss nicht nur über diese Themen reden. Nun ist Handeln angesagt.“ Wichtig ist aus Sicht des ehemaligen Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen: „Die Union ist größte Fraktion geblieben. Sie liegt nach den Hochrechnungen mit rund 12 Prozent vor der auf Platz 2 stehenden SPD. Frau Merkel bleibt Bundeskanzlerin. Das ist die Hauptaussage nach dieser Bundestagswahl.“ Heinrich Zertik (CDU) gehörte dem 18. Deutschen Bundestag an und hat den erneuten Einzug ins Hohe Haus verpasst. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Heinrich Zertik sagte: „Wir wollten weiterhin die größte Fraktion stellen und dafür Sorge tragen, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Das haben wir geschafft.“ Das er selber momentan nicht mehr dem Parlament angehört und vielleicht als Nachrücker nochmal zu einem Mandat kommen wird sieht der CDU-Politiker „als keine Katastrophe an. Ich stelle mich gerne in den Hintergrund, wenn es um das Gemeinwohl geht. Die Union wird weiterhin für Stabilität, wirtschaftliches Wachstum und eine durchdachte Außen- und Innenpolitik sorgen.“ Holger Krestel war von 2010 bis 2013 Bundestagsabgeordneter. Der Tempelhofer FDP-Politiker gehört dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Holger Krestel wies darauf hin: „Zuerst einmal ist das Ergebnis für uns Liberale ein schöner Erfolg. Nun wird es sicherlich in die nicht gerade leichten Koalitionsverhandlungen gehen. Für mich gilt, dass man sich den Einstieg in eine Koalition reiflich überlegen muss. Gehen wir in eine Koalition zusammen mit der Union und den Grünen, gibt es im Bundestag keine bürgerliche Opposition.“ Daher will der Liberale auch einen eventuellen Koalitionsvertrag „ganz genau in Augenschein“ nehmen. Emine Demirbüken-Wegner (CDU) aus Reinickendorf gehört dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Die CDU-Politikerin teilte mit: „Ein Ergebnis, das uns mehr als nur zum Nachdenken anregen muss! Der jahrelang gewachsene gesellschaftliche Politikverdruss artikuliert sich nun in einem aktiven Wahlverhalten. Wir dürfen nicht mehr den Kopf in den Sand stecken und hoffen, es ginge schon vorbei!“

Text/Foto: VTN

Veröffentlicht am 30.09.2017