Buchbesprechung- GRIECHISCH

Buchvorstellung: Wir alle sprechen und denken Griechisch

Fallen in deutschen Breiten die Worte „griechisch“ und „Griechenland“, denkt man an seine gute Taverne im Kiez oder in seinem Ortsteil und an wunderschönen Urlaub. Fußballexperten denken automatisch an den deutschen Fußballtrainer Otto Rehhagel, der 2004 das im südöstlichen Teil Europas gelegene Land mit seinen beinahe tausenden Inseln im Ägäischen und Ionischen Meer zur Europameisterschaft geführt hatte. Nicht nur Sportexperten wissen, die Olympischen Spiele haben ihren Ursprung in Griechenland. Somit kommen wir auch zum Einfluss der griechischen Sprache auf Deutschland und Europa. Wie es ganz konkret um diesen Einfluss bestellt ist, kann man in dem Werk „Wir alle sprechen und denken Griechisch“ nachlesen. Das im Frieling-Verlag aus Berlin erschiene Buch umfasst 76 Seiten und stammt von Konstantinos Feslidis. Der Autor kam im Jahre 1959 in Griechenland zur Welt. Bereits 1960 zogen seine Eltern aus beruflichen Gründen nach Deutschland und Konstantinos Feslidis verbrachte seine Kindheit bei den Großeltern in Griechenland. 1977 ging er als Abiturient nach Deutschland. In Bochum studierte er an der RUB erfolgreich Germanistik und Neugriechische Philologie. Seit 1993 ist er neben seiner Autorentätigkeit auch als Dolmetscher und Übersetzer tätig. Seine Auftraggeber für die Dolmetscher- und Übersetzerdienste sind Gerichte, Polizei, Firmen,   Institutionen und private Personen. Gleich am Anfang seines Werkes (S.9) teilt Konstantinos Feslidis mit: „Wir alle sprechen und denken Griechisch? Viele von Ihnen werden das bestreiten oder mindestens ziemlich übertrieben finden.“ Dann zeigt der Schriftsteller dem Leser Seite für Seite, wie viel und sehr oft wir doch in Deutschland griechisch sprechen und denken; oft wissen wir es nur nicht. Auf S. 12 lesen wir: „Die kulturelle Ausstrahlung Griechenlands auf Deutschland und ganz Europa wirkt bis heute nach, mehr noch: die griechische und die deutsche Sprache haben gemeinsame Wurzeln: Beide sind indogermanische Sprachen…“ Der Autor erinnert (S. 13) auch daran, dass „die europäische Literatur, Philosophie und Wissenschaft, bedeutende Werke der Weltliteratur, wie die homerischen Epen, die großen Dramen von Aischylos, Sophokles und Euripides, die philosophischen Schriften von Platon und Aristoteles oder das Neue Testament und die Evangelien, sind auf Griechisch verfasst.“ Konstantinos Feslidis teilt auch mit: „Mehr als 150.000 Wörter basieren laut einer Studie allein in der englischen Sprache (also jedes vierte Wort !) und in der internationalen Wissenschaftsterminologie auf dem griechischen Vokabular. Oft werden griechische Worte leicht verändert, da lässt der Werbegedanke grüßen! Das aus dem Griechischen stammende Wort Harmonie steht für Eintracht, Übereinstimmung, Ebenmaß. Was liegt da näher, als das sich hierzulande so mancher Friseur Haarmonie oder Hairmony bzw. Haarmony nennt? Auf S. 25 heißt es: „Auch die Schönheitsindustrie hat die positive Wirkung des griechischen Klangs in Produktnamen entdeckt. Kaloderma kombiniert gleich zwei griechische Wörter für den Firmennamen (grch. Kalo, dt. gut, schön, und grch. Derma, dt. Haut, wird zu Kaloderma – schöne Haut) und verwendet ihn durchgehend für alle Pflegelinien. Calvin Klein benennt ein erfolgreiches Herrenparfüm mit dem griechischen Wort Euphoria, sicher auch im Hinblick auf die verkaufsfördernden Konnotationen.“ Auf den S. 38 – 43 beispielsweise teilt uns der Autor mit, was das über uns schwebende Damoklesschwert bedeutet; was eine platonische Liebe ist; was man bei drakonischen Strafen zu erwarten hat; warum das Danaidenfass das Fass ohne Boden ist; vor was die Kassandrarufe warnen und warum im Deutschen das positiv klingende Wort Sieg ins Gegenteil gekehrt wird, wenn man Pyrrhussieg sagt. Konstantinos Feslidis versteht es in seinem Werk „Wir alle sprechen und denken Griechisch – Der Einfluss der griechischen Sprache auf Deutschland und Europa“ auf sehr unterhaltsame Art, uns eventuell vorhandene Zweifel zu nehmen. Auf den 76 Seiten des im Frieling-Verlag aus Berlin erschienen Werkes beweist uns der Autor den gewaltigen Einfluss der griechischen Sprache und erklärt sehr gut die Zusammenhänge. Das Buch kostet im deutschen Buchhandel 10,90 Euro. ISBN 978-3-8280-3314-6. (Text: Volkert Neef/Fotos: Frieling-Verlag)