Text: Svetlana Reinwarth

Fotos: Svetlana Reinwarth

Veröffentlicht am 16.02.2026

Die weiße Stadt Belgrad lädt Touristen ein

Auf den Straßen von Belgrad

Belgrad oder auf Serbisch „die weiße Stadt“, benannt nach der Farbe ihrer Festungsmauern, wollten wir schon lange besuchen. Unsere Redaktion war bereits in anderen Städten an der Donau: Wien, Budapest, Bratislava, Linz, Steyr. Und nun war es Zeit für Belgrad.

Blick auf Belgrad und die Donau von der Stadtfestung aus

Die Billigfluggesellschaft Wizz Air flog von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ab und landete genau zwei Stunden später in der serbischen Hauptstadt. Die Entfernung zwischen den beiden Städten beträgt etwa 1.300 Kilometer und der Flug führte über Deutschland, Österreich und Ungarn. Wir landeten am internationalen Flughafen Belgrad, der nach Nikola Tesla benannt wurde. Insgesamt verlief der Flug sehr angenehm. Wir sind bereits mehrfach mit Wizz Air geflogen und haben einen sehr guten Eindruck von dieser Fluggesellschaft gewonnen.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Wizz Air am Flughafen Belgrad

Belgrad ist die Hauptstadt und die größte Stadt Serbiens. Laut der letzten Volkszählung leben hier etwa zwei Millionen Menschen. Die Stadt zählt zu den ältesten Europas und wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. unter dem Namen Singidunum vom keltischen Stamm der Skordisken gegründet. Später gehörte die Stadt den Römern, Byzantinern, Awaren und Slawen. Im Jahr 878 wurde sie erstmals als „Belgrad” erwähnt. Von 1918 bis 2003 war Belgrad die Hauptstadt Jugoslawiens. Seit der Unabhängigkeit Serbiens am 5. Juni 2006 ist Belgrad die Hauptstadt der Republik Serbien.

In Belgrad ist der Nahverkehr kostenlos

Belgrad kann man natürlich zu Fuß erkunden. Alternativ kann man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, die übrigens kostenlos sind. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um Staus zu reduzieren und die Luftverschmutzung zu verringern. Wir haben uns dafür entschieden und sind schon am Morgen losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Unsere Tour begann an der Festung von Belgrad. An dieser Stelle, wo die Save und die Donau zusammenfließen, entstand die Stadt.

In der Festung von Belgrad

Wenn man das Festungsgelände durchquert hat, gelangt man zur Hauptfußgängerzone Belgrads, der Knez-Mihail-Straße, wo sich viele interessante architektonische Bauwerke der Stadt befinden.

Knez-Mihail-Straße

Knez-Mihail-Straße

Die Erkundung der Stadt war mit nur zwei Tagen zwar kurz, aber interessant und lehrreich. Wir besuchten die majestätische Kathedrale des Heiligen Sava, die an der Stelle errichtet wurde, an der der osmanische Wesir einst die Reliquien des ersten serbischen Erzbischofs, des Heiligen Sava, verbrennen ließ.

Kathedrale des Heiligen Sava

Wenn Sie Hunger bekommen und die serbische Küche probieren möchten, finden Sie auf jeden Fall viele geeignete Lokale. Den Tag können Sie in der Gegend „Belgrad am Wasser” (Belgrade Waterfront) ausklingen lassen. Dabei handelt es sich um ein groß angelegtes Stadtentwicklungsprojekt, das das Ufergebiet des Flusses Save in einen modernen Stadtteil verwandeln soll.

Blick auf das neue, moderne Stadtviertel „Belgrad am Wasser“

Belgrad wurde während verschiedener Kriegshandlungen, die hier stattfanden, oft zerstört. Während des Jugoslawienkrieges wurde die Stadt durch amerikanische Bombenangriffe 1999 schwer beschädigt, woraufhin die Truppen aus dem Kosovo abgezogen wurden. Das halb zerstörte Gebäude des Verteidigungsministeriums steht bis heute unrenoviert als Erinnerung an diese schrecklichen Tage.


Heute ist Belgrad eine moderne, wachsende und sich entwickelnde Stadt. Sie bietet Touristen historische Spaziergänge, schöne Jugendstilhäuser aus der Zeit der Jahrhundertwende und ein modernes Viertel mit Hochhäusern. Auf jeden Fall lohnt es sich, hierher zu kommen und sowohl Serbien als auch seine Hauptstadt kennenzulernen.