Text: Svetlana Reinwarth

Fotos: Svetlana Reinwarth

Veröffentlicht am 08.03.2026

Nach vierjähriger Pause ist Russland wieder bei der Biennale in Venedig dabei

Die Biennale findet vom 9.05. bis zum 22.11.2026 in Venedig statt.

Die Biennale von Venedig ist eine der größten und einflussreichsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.


Sie findet vom 9. Mai bis zum 22. November 2026 in Venedig statt und trägt den Titel „In Minor Keys” („In Moll-Tonarten”). Für sieben Monate verwandelt sich die Stadt in der Lagune der Adria in einen riesigen Ausstellungssaal. Die Veranstaltungen finden in den Giardini della Biennale, im Arsenale sowie in den Palazzi der Stadt statt.

Die Giardini – Veranstaltungsort der Biennale

Im vergangenen Jahr feierte die Ausstellung ihr 130-jähriges Bestehen. Sie wurde im Jahr 1895 auf Initiative des damaligen venezianischen Bürgermeisters Riccardo Selvatico als Nationale Kunstausstellung gegründet. Das Ziel war es, die bildende Kunst in Italien zu fördern. In den 1930er Jahren kamen die Bereiche Musik, Theater und Kino hinzu. Das Filmfestival von Venedig war dabei das erste seiner Art weltweit.
1980 fand die erste Architekturbiennale statt und seit 1999 ist auch Tanz Teil des Programms.

Die Giardini – Veranstaltungsort der Biennale

Seit 2021 findet im Wechsel in geraden und ungeraden Jahren jeweils eine Kunst- bzw. Architekturausstellung statt. In diesem Jahr nimmt die Russische Föderation nach vierjähriger Pause erstmals wieder an der Ausstellung teil. Seit 2022, dem Jahr des Beginns der Kriegshandlungen in der Ukraine, hat Russland nicht mehr an der Biennale in Venedig teilgenommen, obwohl es dort über einen eigenen nationalen Pavillon verfügt. Dieser wurde 1914 nach einem Entwurf des Architekten Alexei Schtschussew erbaut und seitdem nahmen die UdSSR und später Russland regelmäßig an den Veranstaltungen teil.

Der russische Pavillon auf der Biennale in den Giardini.

In diesem Jahr präsentiert Russland mit „Der Baum ist im Himmel verwurzelt“ eine ungewöhnliche Musikkomposition in Form von Klangperformances, an denen verschiedene Autoren mitwirken. Das Projekt wird vom 5. bis 8. Mai gezeigt. Es wird von der Russischen Musikakademie namens Gnesiny unter der Leitung von Anastasia Karneeva koordiniert. Über das Thema des russischen Projekts ist bekannt, dass sein Titel von der französischen Philosophin Simone Weil stammt. „In diesem Paradoxon – der Verwurzelung im Himmel – liegt die zentrale Spannung des Projekts: zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen dem, was als Quelle des Sinns gilt, und dem, wo sich dieser Sinn manifestiert“, so die russischen Teilnehmer. Geplant ist, den Pavillon in ein Musikfestival zu verwandeln, bei dem Künstler aus Lateinamerika, Afrika und Europa auftreten werden. Insgesamt werden etwa 50 junge Musiker, Dichter und Philosophen teilnehmen. Der Russische Pavillon befindet sich auf der Biennale in den Giardini.

Venedig – Austragungsort der Kunstausstellung Biennale im Jahr 2026

Auch wenn einige Länder dagegen sind, dass Russland dieses Jahr an der Biennale teilnimmt, haben die Organisatoren bei der Bekanntgabe der Teilnehmer ganz richtig gesagt, dass die Biennale ein Ort ist, der für alle offen ist, und dass sie keinen Einfluss auf die Entscheidung der Gäste nehmen werden. Wenn Russland also dieses Jahr sein Programm zeigen möchte, wird ihm diese Möglichkeit trotz allem gegeben werden.


Unsere Redaktion plant, vor Ort zu sein und den Lesern über die interessantesten Dinge zu berichten, die in Venedig präsentiert werden.