Text: Svetlana Reinwarth
Fotos: Svetlana Reinwarth
Veröffentlicht am 07.10.2025
" Das Wochenende auf Sardinien". Der Herbsttrip nach Cagliari.

Auf den Straßen von Cagliari. Foto von Svetlana Reinwarth
Ursprünglich hatten wir gar nicht geplant, nach Sardinien zu reisen. Die Idee dazu entstand wie immer ganz spontan und wir sind sehr froh, diese italienische Urlaubsinsel besucht zu haben. Wir haben ein schönes und entspanntes Wochenende dort verbracht und möchten unseren Lesern gerne davon berichten. Wir erzählen, welche Unternehmungen sich anbieten, wenn man nur ein paar Tage Zeit hat.

Strand Poetto auf Cagliari. Foto von Svetlana Reinwarth
Sardinien liegt zwischen Sizilien und Korsika, hat eine Fläche von 24.100 km² und ist damit die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Man kann mit der Fähre von Italien, Frankreich, Spanien oder Korsika aus hierher gelangen. Wenn man mit dem Flugzeug anreist – wir haben wieder die Dienste der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair in Anspruch genommen –, kommt man in der Hauptstadt Cagliari an.
Die gesamte Insel kann man mit dem Auto in zwölf Stunden von Norden nach Süden umrunden. Die Einheimischen raten jedoch dazu, sich Zeit zu nehmen und mindestens eine Woche zu bleiben, um das Meer, die Sonne und den wunderschönen Strandurlaub zu genießen. Nun, vielleicht werden wir diesen Ratschlag irgendwann einmal beherzigen, aber wir hatten nur ein Wochenende Zeit. Also haben wir die Hauptstadt der Insel, Cagliari, erkundet. Es gab hier viel zu sehen.

Der Hafen von Cagliari. Foto von Svetlana Reinwarth
Wie jede Hafenstadt ist auch Cagliari laut, vielstimmig und sehr dynamisch. Die 150.000 Einwohner zählende Stadt hat einen Ausländeranteil von 10 %. Cagliari wurde im 8. bis 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet und hieß Caralis, was aus dem Sardischen übersetzt „felsiger Ort” bedeutet. Der Legende nach wurde die Stadt von Aristeus gegründet, dem Sohn des Gottes Apollo und der Nymphe Kyrene. Er kam nach Sardinien, versöhnte die verfeindeten Völker, gründete die Stadt und wurde ihr Herrscher. Später folgten die Phönizier, die Römer, die Karthager, die Vandalen und die Byzantiner. Im 18. Jahrhundert stand die Stadt unter der Herrschaft der Briten, Österreicher und Franzosen, bis sie Teil des vereinigten Italiens wurde.
Wenn man zum ersten Mal an einen Ort kommt, ist eine Sightseeing-Tour mit dem Bus eine hervorragende Möglichkeit, die Stadt kennenzulernen. In Cagliari werden Busrundfahrten (zum Preis von 15 Euro) von der Firma „City Tour” angeboten. In einem grünen Bus mit offenem Verdeck fahren Sie durch die Stadt und sehen alle wichtigen Sehenswürdigkeiten.
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Der Sightseeing-Bus der Firma City Tour
Foto von Svetlana Reinwarth
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Düsseldorfer Blatt auf der Exkursion in Cagliari. Selfie von Svetlana Reinwarth
Es ist sehr angenehm, mit dem Bus zu fahren und dabei die schöne Mittelmeerstadt und ihre Landschaften zu bewundern. Das Meer spielt dabei eine große Rolle, denn es verleiht der Stadt einen besonderen Charme.
Insgesamt gibt es in Cagliari vier Stadtteile: Castello, der älteste Stadtteil, liegt auf einem Hügel und zeichnet sich durch enge Gassen und mittelalterliche Gebäude aus. Villanova ist ein gemütliches Wohnviertel mit schönen, blumengeschmückten Balkonen und lokalem Flair. Stampa ist ein historischer Stadtteil mit vielen Kirchen und traditionellen Handwerksbetrieben. Marina ist der Hafenbezirk mit Restaurants und schönen Geschäften.

Cagliari. Foto von Svetlana Reinwarth
Wir spazierten im Hafen herum, schauten uns die hier anlegenden Kreuzfahrtschiffe an und gingen dann in eines der gemütlichen Cafés, von denen es in der Marina an jeder Ecke gibt, um einen Kaffee zu trinken.
Die Bekanntschaft mit der sardischen Küche hatten wir uns für den Abend aufgehoben. Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Spaziergang durch das historische Viertel Sardiniens, dem Besuch von Museen und mit angenehmem, stressfreiem Zeitvertreib. Unsere Leser wissen, dass wir Städte grundsätzlich ohne Eile, Hektik und Stress kennenlernen.
Cagliari ist eine Stadt mit einem gut funktionierenden Nahverkehrssystem. Mit den Bussen kann man die ganze Stadt erkunden. An den Haltestellen informieren Anzeigetafeln darüber, wie viele Minuten es noch dauert, bis die jeweilige Linie eintrifft. Eine Tageskarte kostet 3 Euro und kann 24 Stunden lang genutzt werden.

Blick auf die Stadt Cagliari von einem der Hügel aus. Foto von Svetlana Reinwarth
Hier sind unsere „Top 10 Sehenswürdigkeiten” in Cagliari:
– Bastione di Saint Remy: eine Festungsanlage mit Blick auf die Stadt und das Meer;
- der Elefantenturm (Torre dell'Elefante), ein mittelalterlicher Wehrturm mit dem Symbol des Elefanten, das zu den Wahrzeichen von Cagliari zählt;
- die Kathedrale Santa Maria (Cattedrale di Santa Maria): eine wunderschöne gotische Kathedrale im Stadtteil Castello;
- das Viertel Castello (Quartiere Castello) ist der älteste Teil der Stadt und zeichnet sich durch seine engen Gassen, Paläste und Museen aus;
- der Königspalast (Palazzo Reale) ist eine historische Residenz im Zentrum von Castello;
-der Strand Poetto (Spiaggia del Poetto) ist einer der längsten Stadtstrände Europas und ideal zum Baden und Spazierengehen;
- der Park Monte Urpinu (Parco di Monte Urpinu) ist eine grüne Oase mit Blick auf die Stadt und Flamingos in der Lagune.
- die Lagune Molentargius (Stagno di Molentargius) ist ein Naturschutzgebiet, in dem sich rosa Flamingos beobachten lassen.
- das Archäologische Museum Sardiniens (Museo Archeologico Nazionale) beherbergt eine reichhaltige Sammlung historischer Artefakte.
- der Markt San Benedetto (Mercato di San Benedetto) ist einer der größten überdachten Märkte Italiens. Er ist ein wahres Paradies für Feinschmecker.

Trattoria Ci Pensa cannas. Foto von Svetlana Reinwarth

Auf den Straßen von Cagliari. Foto von Svetlana Reinwarth
Selbstverständlich darf auch die Küche Sardiniens nicht unerwähnt bleiben. Wir haben dafür das Restaurant Trattoria Ci Pensa Cannas ausgewählt, das sich in Hafennähe befindet. Hier werden Gerichte der italienischen und sardischen Küche serviert.

Die traditionellen Gerichte der sardischen Küche. Foto von Svetlana Reinwarth
Auf Sardinien gibt es verschiedene Gerichte mit frischem Fisch und Meeresfrüchten wie Fregola mit Muscheln, Thunfisch oder Bottarga sowie traditionelle Fleischgerichte wie Milchferkel am Spieß, gebratenes Lamm oder Wildschwein. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Käsesorten, darunter Pecorino. Beliebt sind auch einzigartige Nudelsorten wie Culurgiones (Ravioli mit Kartoffeln und Minze) sowie Suppen wie die Zuppa Gallurese, eine Suppe aus Brot und Käse.
Unsere Reise war in jedem Fall interessant, spannend und angenehm. Als Erinnerung bleiben uns Magnete mit rosa Flamingos und Souvenirs, die wir als Geschenke gekauft haben. Wir werden gerne wieder hierher zurückkehren, um auch andere Ecken der Insel kennenzulernen.