Text: Svetlana Reinwarth
Fotos: Svetlana Reinwarth
Veröffentlicht am 26.08.2025
Venedig ohne Stress: Die venezianische Küche kennenlernen
Unsere Stammleser wissen, dass die Redaktion des „Düsseldorfer Blattes” gerne nach Venedig reist. Wir haben bereits mehrfach auf den Seiten unseres Online-Magazins über Reisen dorthin berichtet. Auch in diesem Jahr waren wir wieder in der bezaubernden Stadt an der italienischen Lagune. Mit großer Freude spazierten wir durch die verwinkelten Gassen, bewunderten die historischen Gebäude und Kirchen, besuchten Galerien, betrachteten Gemälde und hörten gerne Musik.

Blick auf den Canal Grande in Venedig
Natürlich haben wir auch die köstlichen italienischen Gerichte probiert. Unter dem Motto „Kulinarisches Venedig ohne Stress“ teilen wir unsere Reiseeindrücke und geben unseren Lesern ein paar Tipps, wie sie die Lagunenstadt ohne Stress erleben können. Wir verraten Ihnen, welche Gerichte Sie in Venedig unbedingt probieren müssen und welche von den Einheimischen eindeutig empfohlen werden.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Reise nach Venedig so angenehm, komfortabel und stressfrei wie möglich gestalten können, ohne zu viel zu bezahlen oder in Touristenfallen zu tappen. Es geht los – und guten Appetit!

Venedig, Vaporetto-Haltestelle San Basilio
Wie, glauben Sie, beginnt der Tag eines gewöhnlichen Venezianers? Natürlich mit einer Tasse starkem, schwarzem Espresso, den man schnell im Stehen an der Bar oder im Café trinkt und dabei die neuesten Nachrichten diskutiert. Espresso ist die beliebteste Kaffeesorte in Italien. Er wird in spezielle kleine Tassen mit einem Fassungsvermögen von 35–40 ml gegossen und mit einem Glas kaltem Wasser serviert. Dieser Kaffee schmeckt herb, stark und aromatisch. Er belebt und ist der perfekte Start in den Tag. Auf seiner Basis werden auch andere Kaffeegetränke wie Americano, Cappuccino oder Latte Macchiato zubereitet.

Eine Tasse italienischer Kaffee.

Im italienischen Cafe
Übrigens ist das Frühstück in Venedig in der Regel süß. Zu Kaffee oder Cappuccino werden verschiedene Backwaren serviert. Zum Beispiel Croissants, Gebäck, Muffins, Kekse oder Waffelröllchen. Wir haben unseren Tag typisch venezianisch begonnen: mit Kaffee und Croissants auf der Piazzale Roma. Von dort aus bringen euch Vaporettos zu verschiedenen Orten der Insel.

Venedig. Blick von der Lagune auf San Marco
Es ist unglaublich, aber wahr: Jedes Jahr besuchen rund 30 Millionen Touristen Venedig. Dabei leben in der Stadt selbst nur 50.000 Menschen. Um den Touristenstrom zu regulieren, haben die Stadtbehörden im Frühjahr 2025 eine Tourismussteuer in Höhe von 10 Euro eingeführt. Diese müssen Tagesausflügler bezahlen, also diejenigen, die nicht in einem Hotel übernachten. Die Steuer wird in den meistbesuchten Monaten von Mai bis Juli erhoben und bringt dem Stadtbudget beträchtliche Einnahmen.
Unser Tipp zur Unterkunft: Wenn Sie in Venedig übernachten möchten, sollten Sie nicht auf der Insel selbst wohnen, sondern eine Unterkunft auf dem Festland in Mestre oder Marghera mieten. Das ist um ein Vielfaches günstiger und Venedig ist mit dem Bus oder der Bahn in nur 10 bis 15 Minuten zu erreichen.

Venedig
Touristen, die nach Venedig reisen, sollten bedenken, dass man sich in dieser Stadt hauptsächlich zu Fuß fortbewegt. Sie erwartet ein Labyrinth aus kleinen, süßen, verwinkelten Gassen, Kanälen und Brücken. Sie sollten sich also darauf vorbereiten, viel und lange zu Fuß zu gehen. Grundsätzlich ist es jedoch einfach, sich in der Stadt zurechtzufinden. Folgen Sie einfach den zahlreichen Schildern. Gut funktionieren auch elektronische Karten und Navis, sofern Sie über einen mobilen Internetzugang verfügen. In Venedig gibt es eine nette Tradition aus dem Mittelalter: kleine Brunnen mit frischem Trinkwasser, die an heißen Tagen für Abkühlung sorgen.
Über die teure touristische Attraktion – das Gondelfahren und die Arbeit der Gondoliere – haben wir in unserem Magazin bereits ausführlich berichtet. Sie können das in unserem Artikel lesen.
Wenn Sie aber müde sind, nehmen Sie das Vaporetto und betrachten Sie die Stadt vom Wasser aus, was ebenfalls sehr schön ist. Wenn Sie eine Karte für einen, zwei, drei oder sechs Tage kaufen, können Sie nicht nur das Vaporetto, sondern auch die Busse nutzen. Die Karte gilt in Festland-Venedig, also in Mestre, Marghera und auf der Insel Lido. Übrigens findet genau dort bald das berühmte Filmfestival von Venedig statt. Lido ist außerdem durch seine schönen und sauberen Sandstrände bekannt.

Der Strände auf der Insel Lido sind sehr beliebt
Kommen wir nun zurück zu den kulinarischen Traditionen Venedigs.
Unser Tipp: Meiden Sie die Restaurants im Stadtzentrum in der Nähe des Markusplatzes und der Rialtobrücke. Begeben Sie sich stattdessen in nicht-touristische Viertel wie z.B. Dorsoduro. Dies ist eines der sechs Stadtviertel Venedigs, in dem es weniger Touristen gibt, keine ständige Hektik herrscht und viele Studenten leben, da sich hier die Universität Ca' Foscari befindet.
Man findet hier eine Vielzahl kleiner, gemütlicher und preiswerter Cafés. In denen kann man einen schnellen Snack, ein Glas leichten Weißwein oder einen italienischen Aperitif namens Aperol Sprit probieren. Der Aperol Spritz stammt übrigens aus Venedig.
Wenn Sie noch keinen Hunger haben, beeilen Sie sich nicht zum Mittagessen. Machen Sie stattdessen eine kleine Pause und genießen Sie in einem Café die typisch venezianischen Snacks, Cichetti. Dabei handelt es sich um kleine Sandwiches mit verschiedenen Füllungen, zum Beispiel mit Fisch, Fleisch oder Gemüse. Es ist günstiger, sich nicht an einen Tisch zu setzen, sondern an der Uferpromenade zu stehen oder es den Jugendlichen gleichzutun und sich mit einem Glas Wein und Snacks im Schatten der Bäume niederzulassen. Nachdem Sie sich gestärkt und ausgeruht haben, können Sie Ihren Weg fortsetzen.

Sandwiches – Cichetti

Aperol Spritz
Am Abend können Sie dann in einem der gemütlichen Restaurants ein echtes venezianisches Abendessen genießen und dabei die schöne Aussicht auf die Kanäle und die vorbeifahrenden Gondeln bewundern. Beobachten Sie die Einheimischen und schauen Sie, wo sie gerne sitzen. Dort wird es sicher günstig, lecker und sehr gemütlich sein.

Osteria da Toni
Unsere Wahl fiel auf die kleine, gemütliche Osteria „da Toni” im Stadtteil Dorsoduro. Sie liegt an der Fondamenta de S. Basegio 1642, nur wenige Schritte von der Vaporetto-Haltestelle San Basilio entfernt.
Die Osteria ist eine kulinarische Institution in Venedig und besteht seit über 30 Jahren. Wir haben das Restaurant zufällig entdeckt, als wir durch die Stadt spazierten. Uns gefielen die Lage, die romantische Atmosphäre und der Blick auf den Kanal, an dem die Gondeln vorbeifahren. Das Personal ist sehr höflich, nett und freundlich, und in der Küche werden italienische und europäische Gerichte angeboten.

Simone, Roberto, Sami und Alin sind in der Osteria tätig
Wir haben Roberto gefragt, welche Gerichte als typisch venezianisch gelten und welche er unseren Lesern zum Probieren empfiehlt. Er sagte: „Wenn wir über lokale Gerichte sprechen, dann sind das natürlich Bigoli in Sauce (dicke Nudeln mit einer würzigen Sauce aus Zwiebeln und Sardellen), Risotto alla Nero di Seppia (Reis mit Tintenfischtinte) und Risi e Bisi (Reisgericht mit Erbsen und Speck). Und natürlich frischer Seefisch, der direkt in der Lagune gefangen und im Restaurant auf dem Grill zubereitet wird. Denken Sie bitte auch an die Nachspeisen, bei uns sind sie richtig herrlich.“

Fegato alla veneziana
In diesem Restaurant haben wir „Fegato alla veneziana“, Leber nach venezianischer Art, probiert. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Gericht aus Kalbsleber mit Zwiebeln, Polenta und Maisbrei. Es muss gesagt werden, dass es sehr lecker war, wie übrigens die meisten Gerichte in der Osteria da Toni. Wir empfehlen auch den trockenen Hauswein „Vino di Casa“, der hervorragend zu den Gerichten der italienischen Küche passt.

Stammkunden der Osteria di Toni Walter und Mario
Wir konnten sogar mit den Stammgästen der Osteria sprechen. Valter (links) und Mario (rechts) sind oft hier. Valter Pelletto lebt in Venedig. Er erzählte uns, dass die „Osteria da Toni” zu seinen Lieblingsrestaurants gehört. „Ich komme seit fünf Jahren hierher, da ich in der Nähe wohne. Die Küche hier ist ausgezeichnet. Meine Lieblingsgerichte sind Leber nach venezianischer Art, Sardinen in Sauce, Baccalà und verschiedene Pastagerichte. Außerdem mag ich Fisch-Cicchetti und natürlich Aperol Spritz, der hier in Venedig erfunden wurde.“
Über die venezianische Küche könnte man endlos sprechen, aber am besten ist es, einfach nach Venedig zu kommen. Lernen Sie die Stadt und ihre wunderbaren, „köstlichen” kulinarischen Traditionen kennen. Sie werden sicherlich sehr zufrieden sein. Willkommen in Venedig! Und wie man in Italien sagt: „Buon appetito”.
